Chronik 1934 – 1958

erste_messe_1934Der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation wird in Kirchberg am 09. September 1934 gefeiert, angeregt durch Familien, die aus den katholischen Gegenden des Deutschen Reiches nach Kirchberg gekommen sind. bruehl_altFür den sonntäglichen Gottesdienst wird zunächst ein Saal in der Gaststätte „Am Brühl“ genutzt. Das feierliche Hochamt wird von Herrn Pfarrer Dr. Jakob Hieronymus Spettmann (aus Zwickau) gehalten. In den Folgejahren kümmert sich die ehrenamtliche Seelsorgehelferin Frl. Maria Verhülsdonk um die Katholiken vor Ort und deren Kontakt nach Zwickau. Nach ihrem Weggang (ca. 1942) übernahmen die Katholiken Kirchbergs selbstständig diese Aufgabe.

thidigkNach Kriegsende kommen ca. 2500 katholische Vertriebene und Flüchtlinge aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Böhmen, Schlesien und Ungarn in den Kirchberger Raum. Im Dezember 1947 trifft Pfarrer Franz Thidigk, ein Heimatvertriebener aus Ostpreußen, in Kirchberg ein und bemüht sich als erster um den Aufbau einer eigenständigen Gemeinde. 22 Orte auf einem Gebiet von 100 km² gehören zum katholischen Kirchberger Territorium. friedhofskapelleWerktags wird der Gottesdienst in einer Kapelle der Landeskirchlichen Gemeinschaft am Altmarkt gefeiert; für den Sonntagsgottesdienst gewährt die evangelisch-lutherische Kirche bereitwillig Gastrecht in der Friedhofskapelle. Acht Außenstationen betreut der Pfarrer, anfangs zu Fuß.

hofkirche_altSeit 1950 ist Kirchberg Lokalkaplanei als Außenstelle der Pfarrei „St. Johann Nepomuk“ in Zwickau. Da die damalige Besitzerin das Grundstück zu ihrer Lebzeit nicht verkaufen wollte, wurde am 22. Mai 1954 die Auflassungsvormerkung im Grundbuch für das jetzige Pfarrgrundstück vorgenommen, gleichzeitig wird ein Pachtvertrag für 20 Jahre abgeschlossen. kirchbauNun beginnt eine eifrige Bautätigkeit. Im ersten Stock eines früheren Wollschuppens entsteht die Kirche, in einem Nebengebäude die Sakristei, die gleichzeitig als Unterrichtsraum für den Religionsunterricht für die Kinder dient, und die Pfarrwohnung. Fast alle Arbeiten werden von Gemeindemitgliedern selbst ausgeführt. Hinzu kommt der tägliche Kampf ums Baumaterial. Die Arbeiten werden per Hand ausgeführt werden, Maschinen stehen nicht zur Verfügung.

Im Mai 1954 wird in Kirchberg und den Außenstationen eine erste Gemeindemission von Jesuitenpatres durchgeführt.

kirchweihe_1956Nach nur 2-jähriger Bauzeit erfolgte am 25.11.1956 die Benedizierung der neuen Kirche „Maria Königin des Friedens“ durch den Bischof Otto Spülbeck. Dabei wurde auch gleichzeitig die Gemeinde von Kirchberg in eine „Pfarrvikarie“ erhoben. Am 23. Januar 1958 stirbt Pfarrer Thidigk. siegelZum Nachfolger wird Pfarrer Rudolf Siegel bestellt, der bereits 1954 als Kaplan nach Kirchberg kam. Unter seiner Leitung wird im Oktober 1958 auch der Gemeindesaal unter der Kirche fertiggestellt. Zur Unterstützung des Pfarrers kommt 1958 die Seelsorgehelferin Frl. Johanna Mohr nach Kirchberg.